Woodbird goes huber

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Donnerstag Morgen. Frühstückstreff mit dem Homie. Zeitung brüderlich geteilt. Er – den Politikteil, ich locker mit dem regionalen Sportteil und dazu Anettes unverschämt delikate Frittata, zwei doppelte Espresso und ein Glas Rote-Beete-Saft. Alles soweit hervorragend.

Ein ältere Herr, sehr vornehm, mit großer Kamera um den Hals kommt an unseren Tisch. Er fragt uns höflich, ob es uns denn etwas ausmachen würde, wenn er ein paar Aufnahmen von der Lokalität macht und wir, sozusagen als notwendiges Interieur, mit abgelichtet werden. Wie er uns erklärte, seien die Aufnahmen für einen Freiburger Fremdenführer der alle paar Jahre erscheint. Das Huber war in der letzten Ausgabe noch nicht mit dabei und wir dachten uns, super Sache, kein Problem, leg los. Was kann falsch daran sein einen seiner persönlichen Lieblingsläden würdevoll in einem Stadtführer zu vertreten. Das machen wir doch gerne.  

Doch just in dem Moment rast aus dem hintersten Winkel des Hubers ein völlig wahnsinnig gewordener Giftzwerg auf uns zu und brüllt unseren netten Fotografen an. Hä? Was ist denn hier los…? Ob er schon von Persönlichkeitsrechtsverletzung gehört habe und was das hier soll, und so weiter. Der Fotograf, sichtlich irritiert, entschuldigt sich, erklärt sein Vorhaben, schildert ihm, dass er uns schon gefragt habe und, dass er ja, da er im hintersten Winkel des Ladens sitzt, gar nicht auf den Fotos zu sehen sei. Der Wutzwerg kehrt an seinen Platz zurück und erklärt dem netten Herr Fotografen noch, dass er sich gefälligst verkrümeln soll. 

Etwas verdutzt sitzen wir vor unserem spanischen Eierkuchen. Der sichtlich irritierte Fotograf macht noch zwei letzte Fotos von uns – Fehler! Jetzt ist unser schleimiger Persönlichkeitsrechtsvertreter voll in Fahrt und droht dem Herren mit der Kamera Prügel an. In diesem Moment stellen sich alle Haare an meinem Körper auf, Adrenalin schießt ein und ich fühle mich gezwungen aufzustehen und Partei für den Fremdenführer Herausgeber zu ergreifen. Nicht nur mir geht es so, auch mein Freund steht schon. Mit vereinten (verbalen) Kräften entsorgen wir den Störenfried und geben ihm mit auf den Weg, zeitnah ein Aggressionsbewältigungsseminar zu besuchen. 

Das wars also, Frühstück versaut, ich war sauer!

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Diese Geschichte muss erzählt werden, denn nur so versteht man den Titel „Saure Suppe“ meiner Ausstellung, die ich nur ein paar Wochen später im Huber hatte. Metakulinarische Spezialitäten wurden serviert. Speisen mit skurrilen Namen, die sich wunderbar in ein paar kleinen Zeichnungen präsentieren ließen. Es hat Spaß gemacht, die Vorbereitungen auf die Ausstellung sowie die Vernissage. Danke Anette. Und ich danke auch dir lieber Unbekannter für deinen unsäglichen Auftritt, du hast mich tatsächlich beschäftigt, vielleicht sogar ein bisschen inspiriert. Ich habe mir aber sagen lassen, dass Spektrophobie oder was auch immer dich so quält, behandelbar ist. Auch du kannst geheilt werden und das wäre doch schön, oder?

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